Zucker Kohlenhydrate
Dass Zucker zu den Kohlenhydraten zählt, ist uns allen bekannt. Dass aus Kohlenhydraten aber immer Zucker wird, dürfte für einige eine etwas erschreckende Tatsache sein. Sie könnten also noch so viel Zucker aus Ihrer Ernährung eliminieren, wenn Kohlenhydrate bleiben, ist auch immer noch Zucker da.
Natürlich ist dieser Fakt nicht ganz so einfach, wie Sie es sich jetzt vorstellen werden. Aber statt in ausschweifenden, ernährungsphysiologischen Details zu schwelgen, möchte ich Ihnen an dieser Stelle dieses Thema stark vereinfacht vorstellen. Wissenschaftliche Fachliteratur zu den unterschiedlichen Sacchariden finden Sie auf vielen anderen Webseiten.
Denn schließlich ist mein Ziel, Klarheit und Wissen zu vermitteln und dabei nicht mit Fachbegriffen um mich zu werfen und damit nur eines zu erreichen: Verwirrung.
Kohlenhydrate sind Saccharide
Der wissenschaftliche Fachbegriff für Kohlenhydrate ist Saccharide. Das war es dann aber auch schon mit der Wissenschaft. Das ist zwar wissenschaftlich, aber trotzdem wichtig. Saccharide bedeutet übersetzt nichts anderes als Zucker, denn der Begriff leitet sich vom griechischen Wort für Zucker ab.
Wenn Kohlenhydrate schon Zucker heißen, wie können Sie dann etwas anderes sein als Zucker? Stärke als bestes Beispiel dürfte Ihnen jetzt einfallen. Nehmen wir die Kartoffelstärke. Ist zwar weiß wie Zucker, aber das war es auch schon mit der Gemeinsamkeit. Kartoffelstärke schmeckt und verhält sich in der Küche nicht wie Zucker. Dennoch ist sie unterm Strich Zucker, denn sie wird zu Zucker.
Unser Körper spaltet alle Kohlenhydrate auf bis zum Endergebnis Glukose. Und Glukose ist Zucker in seiner Reinform. Kennen Sie auch als Traubenzucker. Hochgelobt für seine schnelle Energiebereitstellung, als Konzentrationshelfer, Muntermacher und Leistungsbooster. Und nichts anderes wird aus den Kohlenhydraten, unser Körper zerlegt sie so weit, bis sie Glukose sind und er sie als solche verwerten kann.
Geschwindigkeit von Kohlenhydraten
Es gibt aber einen Unterschied bei all dem Zucker, und das ist seine Geschwindigkeit. Ihnen ist sicherlich schon mal der Begriff glykämischer Index begegnet. Darauf will ich hinaus, aber nicht im Fachjargon.
Kohlenhydrate sind eigentlich Ketten. Und davon gibt es kurze und lange sowie alles Mögliche dazwischen. Stellen Sie sich einfach eine Kette für den Finger, ein Armband sowie Halsketten vor. Und dann setzen Sie das Ganze einfach in Ihrer Vorstellung ins Verhältnis mit Autos. Einem kleinen Stadtauto, einer Luxuskarosse, einem Maserati und einem Formel 1 Rennwagen.
Alle sind Autos und sie haben eines gemeinsam: sie sind unterwegs, langsamer wie auch schneller. Genauso wie Kohlenhydrate. Dabei entspricht der Formel 1 Rennwagen Traubenzucker, der Maserati einer langen Halskette, die Luxuskarosse einem Armband und das Stadtauto der Fingerkette.

Logisch, dass der Formel 1 Rennwagen am schnellsten von allen Autos ist und das kleine Stadtauto am langsamsten. Und natürlich gibt es noch so einige Geschwindigkeiten dazwischen. Genauso verhält es sich mit der Umwandlung von Kohlenhydraten in Zucker, also in Glukose.
Sie kann rasend schnell stattfinden, wie bei Traubenzucker. Damit wäre Formel 1 Rennwagen fast schon wieder falsch, Rakete trifft es besser, gezündet und zack am Ziel. Die Umwandlung von Kohlenhydraten in Zucker kann aber auch langsam gehen, wie beim kleinen Stadtauto. Setzen wir noch eins drauf und nehmen die gesunden Vollkornprodukte, dann sind das Fahrräder mit Hilfsmotor, also E-Bikes. Und der Hilfsmotor sind die Ballaststoffe, die zwar theoretisch ebenfalls zu den Kohlenhydraten gehören, praktisch aber nicht zählen, weil sie unverdaulich sind.
Unterschied zwischen Kohlenhydraten und Zucker
Unterm Strich ist der Unterschied nicht riesig, denn wir wissen ja jetzt, alle Kohlenhydrate werden zu Zucker. Der einzige Unterschied, den es gibt, ist die Geschwindigkeit, in der Sie zu Zucker, also zu Glukose, werden. Einen anderen wesentlichen Unterschied gibt es nicht.
Was ist schlimmer, Zucker oder Kohlenhydrate?
Was wäre jetzt Ihre Antwort auf diese Frage? Wahrscheinlich: das ist gehüpft, wie gesprungen. Nun ja, so einfach dürfen wir es uns auch wieder nicht machen. Wir wollen ja nicht alle Kohlenhydrate radikal über einen Kamm scheren. Zucker ist in diesem Kontext eigentlich am schlimmsten, weil er der Maserati ist, der am schnellsten von 0 auf 100 kommt. Vollkornprodukte als Gegenbeispiel brauchen wesentlich länger und die 100 erreichen sie auch nicht.
Und dann kommt noch etwas dazu: wird der Zucker isoliert konsumiert, also zum Beispiel als Coca Cola. Oder kommt er in Form eines Kuchens, kombiniert mit Fett und Eiweiß. Die Kombi drückt auf die Bremse, also ein Auto, das mit angezogener Handbremse unterwegs ist, das Getränk dagegen ist der Turbobooster.
Fazit: Kohlenhydrate werden zwar zu Zucker, aber nicht in der gleichen Geschwindigkeit. Es kommt also darauf an, welche Saccharide Sie verzehren, wie schnell Ihr Körper daraus Zucker macht. Wenn Sie das Thema weiterführend interessiert, können Sie jetzt losziehen und sich mit Monosacchariden, Disacchariden, Oligosacchariden und Polysacchariden beschäftigen und sich zudem noch die Literatur über den glykämischen Index und auch die glykämische Last ansehen. Ganze Bücher können damit gefüllt werden.
Und noch etwas zum Schluss: wenn Sie Zucker verteufeln, dann sollten Sie sich ernsthaft fragen, warum nur den Formel 1 Rennwagen und den Maserati, aber alle anderen Autos und das E-Bike weiterhin unterwegs sein dürfen?