Jeder von uns kennt das Problem, wenn einem die Tante oder die Schwiegermutter ein Weihnachtsgeschenk überreicht, bei dessen Anblick einem geradezu der Atem stockt. Der berühmte Mann mit dem Goldhelm in einem Rahmen aus fast echtem Holz. Oder die klassische SOS Kombination für den Mann, also Socken, Oberhemd, Schlips, die so gar nicht zum Geschmack des Mannes passt.
Am Heiligen Abend muss noch dankbar gelächelt werden, aber spätestens nach den Feiertagen fangen die Überlegungen an, wie diese unpassenden Weihnachtsgeschenke elegant entsorgt werden können. Das schlimme an solchen Weihnachtsgeschenken ist, dass der Schenker sich nicht die Mühe macht den Kassenzettel aufzuheben, oder zumindest verrät wo er das Geschenk gekauft hat. Oder aber man selbst kann oder will sich nicht die Blöse geben zu verraten, dass dieses Weihnachtsgeschenk ziemlich unpassend war. Was also tun, wenn der Umtausch nicht in Frage kommt?
Da wäre zunächst Ebay, aber nach Weihnachten werden dort so viele Weihnachtsgeschenke angeboten, dass es praktisch unverkäuflich ist. Die eleganteste Methode wäre das unpassende Weihnachtsgeschenk bei nächster Gelegenheit einfach weiter zu verschenken. Dazu sollte sich jeder sorgfältig notieren, von wem es geschenkt wurde, denn nichts ist peinlicher als wenn der Schenker sein Weihnachtsgeschenk aus dem letzten Jahr wieder zurück bekommt. Auch es für eine Tombola zu stiften käme in Frage, soll sich doch der darum kümmern, der das Pech hat es zu gewinnen. Aus den Augen, aus dem Sinn…
Manche Gabe ist aber so schrecklich, dass sie, wenn überhaupt nur anonym weiter gegeben werden kann. Das trifft insbesondere Weihnachtsgeschenke wie selbst gestrickte Pullover oder selbst gebasteltes wie Serviettenhalter aus Wäscheklammern.
Wer Bekannte hat, denen er schon immer mal “eins auswischen” wollte, für den bietet sich an, seine unpassenden Weihnachtsgeschenke elegant als Mitbringsel zur nächsten Party oder Einladung zu entsorgen. Als Schmankerl obendrauf gibt es das Gesicht des Beschenkten, der nun seinerseits zusehen muss, wie er das unerwünschte Teil wieder los wird.
Es macht den Eindruck als würden diverse Weihnachtsgeschenke seit Jahren auf diese Art die Runde machen, so nach dem Motto: “Ich könnte schwören, dass ich diesen grauenvollen Schirmständer, den mir Tante Herta dieses Jahr zu Weihnachten geschenkt hat, selbst schon mal verschenkt habe”.
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