Klostermedizin – medizinische Versorgung im Mittelalter

Als “Mittelalter” wird die Epoche vom Jahre 500 bis 1500 bezeichnet. Diese Zeit wird oft auch mit dem Begriff “düster” beschrieben, da die Lebenserwartung der Menschen aus verschiedenen Gründen sehr niedrig war. Als einer dieser Gründe wurde häufig mangelhafte medizinische Versorgung genannt, allerdings muss hier geographisch unterschieden werden: Arabische Mediziner hatten erstklassigen Zugang zu dem weit entwickelten Kenntnisstand der Antike. Viele Texte waren erhalten geblieben und wurden teilweise im lateinischen oder griechischen Original belassen, oft aber auch ins Arabische übersetzt, was den Zugang erleichterte. Berühmte persische Ärzte waren Rhazes und weiter Avicenna, welcher das bedeutende Werk “Qanun” verfasste.

Die westliche mittelalterliche Medizin konnte sich nicht auf den reichen Erfahrungsschatz der Antike stützen, da zum einen nur sehr wenige originale Texte erhalten waren und zum anderen im Mittelalter aus verschiedenen Gründen sehr große Distanz zu den Methoden der Antike gewahrt wurde, was sich in einer relativ schlechten medizinischen Versorgung der Bevölkerung widerspiegelte.

Je nach Einwohnerdichte waren gerade in größeren Städten Abfälle auf den Straßen, Kot, feuchte Kleidung, kalte Schlafräume ohne Fenster und Ungeziefer für viele Krankheiten verantwortlich. Wie pathologische Untersuchungen ergeben haben, litt im Mittelalter vermutlich ein großer Teil der Bevölkerung an chronischen Atemwegserkrankungen.

Eine weit verbreitete Heilmethode war die so genannte “Klostermedizin”. Hiermit ist die von Mönchen und Nonnen betriebene Kräuterheilkunde gemeint. Ärzte wurden zwischen dem achten und zwölften Jahrhundert nur in Klöstern ausgebildet, also war die medizinische Bildung der Klostermedizin außerhalb dieser dementsprechend schlecht.

Im Mittelalter herrschte der allgemeine Glaube, Krankheiten würden als Strafe von Gott gesandt, also könne auch nur Gott Heilung bringen. Da es nahe lag, dass Mönche und Nonnen diesem am nächsten stünden, sollten auch nur sie bei der Heilung mit der Klostermedizin unterstützen. Die wohl bekannteste Vertreterin der Klostermedizin war Hildegard von Bingen, deren Heilmethoden teilweise noch heute Verwendung finden.

Aber auch außerhalb der Klostermauern versuchten sich Menschen mit der Medizin: Unausgebildete “Ärzte” verdienten sich mit der bloßen Behauptung, ein solcher sein, ihr Geld und führten mit erfunden Heilmethoden viele Menschen in den Tod.

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