Wer nicht nur gerne bastelt oder näht, sondern sich auch mit Naturheilkunde und natürlichen Hausmitteln befasst, der ist sicher schon auf die Idee gekommen, sich ein Kirschkernkissen selber zu machen. Das ist zwar keine schwierige Angelegenheit, aber auch hierbei können Fehler gemacht werden, die ärgerlich sind, weil dann die ganze Mühe umsonst war. Nachfolgend einige Infos rund um das Kirschkernkissen, seine Anwednung, wie man es erwärmt oder kühlt und die Anleitung zum Kirschkernkissen selber machen.
Wie helle Köpfe aus dem Namen erkennen können, ist ein Kirschkernkissen ein Kissen, das nicht mit Federn oder Daunen gefüllt ist, sondern mit Kirschkernen. Es dient nicht der herkömmlichen Nachtruhe, sondern es ist ein lange bekanntes Hausmittel, das in vielen Bereichen Anwendung findet. Das Kirschkernkissen wird entweder angewärmt, damit es seine Wirkung entfaltet, oder es wird abgekühlt und kommt kühlend zum Einsatz.

Kirschkernkissen selber machen: Anleitung und Anwendung
Bei Schmerzen im Rücken oder Schulterbereich, die durch Verspannungen entstehen, hilft das Auflegen des Kissens diese Verspannungen zu lockern und dadurch die Schmerzen zu lindern. Bei krampfartigen Bauchschmerzen, die nicht mit Fieber oder Erbrechen einhergehen, trägt das Kirschkernkissen ebenfalls zur Entspannung bei und mildert die Beschwerden. Bei Säuglingen, die unter Dreimonats-Koliken leiden, ist darauf zu achten, dass das Kissen nicht zu stark erwärmt wurde. Die Babyhaut ist wesentlich empfindlicher als die Haut eines Erwachsenen und es kann ein zu heißes Kissen zu Verbrennungen führen. Die Monatsbeschwerden von Frauen werden bei Entspannung mit dem Kirschkernkissen erträglicher und es hilft bei Rheuma, Hexenschuss und gezerrten Muskeln. Es findet auch bei Erkältungskrankheiten Anwendung und wer nachts unter kalten Füßen leidet, kann die „Eiszapfen“ statt an die Wärmflasche ebenso an ein angewärmtes Kirschkernkissen kuscheln.
Bei Verstauchngen und Prellungen wird ein gekühltes Kirschkernkissen aufgelegt, um die Schmerzen zu verringern. Wer die Nacht durchgefeiert hat und am Morgen mit hässlichen Augenringen aufwacht, kann statt des Auflegens von kalten Gurkenscheiben ein gekühltes Kirschkernkissen über die Augen legen, damit die Schwellung abklingt und die Augenringe verschwinden. Bei Kopf- oder Zahnschmerzen kann das kalte Kissen die Schmerzen zwar nicht beseitigen, aber es hilft, den Schmerz zu mindern und erträglicher zu machen. Statt der altbekannten Wadenwickel kann das Kissen dazu benutzt werden das Fieber zu senken.
Um ein warmes Kissen zu erhalten, wird es vor dem Auflegen auf den entsprechenden Körperteil entweder mit Alufolie umwickelt und für 10 Minuten bei 100 Grad im Backofen angewärmt, oder auf schwacher Hitze, ohne Alufolie, in der Mikrowelle erwärmt. Das Kissen darf nie zu lange gewärmt oder zu heiß gemacht werden, da sonst die Kirschkerne verbrennen.
Ein kühles Kissen wird, bevor es aufgelegt wird, in einer Plastiktüte für mindestens 15 Minuten ins Tiefkühlfach gesteckt.
Beim Herstellen des Kissens ist zu beachten, dass die Kirschkerne zuerst gesäubert und getrocknet werden müssen, da sie sonst schimmeln. Der Stoff, der zum Nähen verwandt wird, sollte aus reiner Baumwolle sein, da Kunstfasern bei Erhitzen leicht verschmoren. Die einfachste Herstellungsmöglichkeit ist es, zwei gleich große Vierecke an drei Seiten zusammenzunähen, das entstandene Kissen auf links zu drehen, dass die Naht innen ist, nicht zu viele Kirschkerne einzufüllen und die vierte Seite sorgfältig zu zunähen.
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